Junge Mama

Liebe junge Mama,

manchmal treffe ich Dich in einem Supermarkt. Zwischen Dir und Deinem Baby oder Kleinkind gibt es eine Spannung. Ich spüre, wie es dem Kind geht. Ich spüre, wie es Dir geht. Beides tut mir weh. Ich bete für Euch beide, aber vor allem für Dich, liebe junge Mama. Und dann lasse ich Euch wieder los. Ich hoffe, dass Dir die richtigen Gedanken kommen. Gedanken wie:

LIEBE Dein Kind! Dein Kind kommt ganz frisch aus der göttlichen Quelle und ist selbst so göttlich und perfekt, genauso wie Du es einmal warst, bevor Du von dieser Welt geformt wurdest. Es hat Dich und Deine Umgebung gewählt, um auch durch Dich und durch sie verschiedenstes zu erleben und zu fühlen. Es ist zu Dir gekommen, damit auch Du mit seiner Hilfe Anteile in Dir entdecken kannst, die sonst vielleicht verborgen geblieben wären.

Mit anderen Worten, Dein Kind liebt Dich über alles. Und es ist unschuldig. Es denkt nicht böse. Es denkt nicht darüber nach, wie es Dich erziehen könnte, wie es Dir eines auswischen könnte, wie es Dir am besten den Tag verdirbt. Alles, was es tut, tut es aus Liebe zu sich selbst. Und wie wichtig ist es doch, sich selbst über alles zu lieben. Wir Erwachsenen müssen oft erst wieder ganz von vorne mühsam erlernen uns selbst zu lieben. Und wir lernen es meist dann, wenn wir plötzlich merken, dass etwas in unserem Leben schiefgelaufen ist. Das Kind drückt seine Bedürfnisse aus, ohne vorher nachzudenken, ob es das darf. Denn es macht alles richtig. Jeder von uns sollte seine Bedürfnisse immer ausdrücken dürfen. Und jeder von uns sollte gelernt haben zu VERTRAUEN, dass seine Bedürfnisse erfüllt werden.

Und wenn Du das Gefühl hast, Dein Kind will Dich mit seinem Verhalten nur ärgern, Dir den Tag verderben, wenn Du denkst, es ist nur dazu da, Dich von allem, was Dich glücklich macht, fernzuhalten – halte inne. Mach Dir bewusst, dass das nicht der Fall ist. Frag Dich nicht, was mit dem Kind nicht stimmt, sondern was es Dir gerade über Dich selbst aufzeigen will. Vielleicht kommst Du drauf. Und wenn Du die Lösung hast, die nur Dich selbst betrifft, wird sich auch das Verhalten des Kindes wieder ändern. Ja sogar Krankheitssymptome des Kindes können dadurch wieder verschwinden.

Nun hast Du also dieses Kind, das reine Liebe ist, und fühlst Dich manchmal schlecht. Du fragst Dich vielleicht, wie es passieren konnte, dass sich plötzlich in Deinem Leben alles nur noch um Dein Kind dreht. Wo ist Dein eigenes Leben geblieben? Es sieht doch bei anderen so einfach aus. Einfach weiterleben, mit Kind halt. Aber bei Dir funktioniert es nicht.

Nicht jeder Mami geht es so, Gott sei Dank, aber mir selbst ist es so ergangen. Heute weiß ich, dass man diese Gedanken loslassen kann. Das Leben, wie es vorher war, ist nun mal das Leben von vorher. Das Leben mit dem Kind ist das Leben jetzt. Und das Jetzt ist wichtig. Das Allerwichtigste. Du siehst ja selbst, dass es sehr viele wunderschöne Momente jetzt gibt. Schreibe sie Dir bitte auf, damit Du sie nicht vergisst. Und um diese Momente geht es. Je mehr Du im Jetzt lebst, Deiner Vergangenheit nicht nachtrauerst, auf die Bedürfnisse Deines Kindes eingehst, desto mehr dieser wunderschönen Momente wirst Du erleben.

Es ist nicht die Wäsche und der Haushalt oder die Freunde oder Verwandtschaft, was wichtig ist. Auch nicht Dein Hobby oder deine Karriere. Wichtig ist die Zeit mit Deinem Kind und dass Du ihm gibst, was es braucht.

Mach möglichst keine Termine aus. Lege Dich nicht fest, wann Du wo zu sein hast. Der Weg ist das Ziel. Hast Du einen Besuch für Euch beide eingeplant? Dann gib Dir einen Spielraum von einer Stunde, in der Du antreten kannst. Vielleicht geht Ihr zu Fuß hin, und unterwegs ist es spannend und Ihr habt Spaß? Vielleicht (oder eher wahrscheinlich) schläft Dein Kind ausgerechnet heute Mittag länger? Vielleicht entdeckt Ihr zu Hause eine Beschäftigung, die Ihr noch nicht abbrechen wollt? Vielleicht weint es, wenn Du ihm die Jacke anziehst und braucht erstmal Liebe, Geborgenheit und Trost, bevor es im „Programm“ weitergeht? Wie gut es dann doch ist, wenn man es nicht eilig hat. Druck und Stress machst Du Dir meistens selbst. Das kannst Du ändern. Du hast die Macht.

In fünfzehn Jahren braucht Dein Kind nur noch ganz wenig von Deiner Zeit. Spätestens dann kannst Du Dich wieder voll und ganz Deinen Zielen widmen und ausbauen, was Du langsam zuvor schon begonnen hast. Du denkst jetzt, dass Du dann alt bist, aber in fünfzehn Jahren wirst Du Dich nicht alt fühlen und es geht alles genau so gut wie vorher oder noch besser. Glaube mir.

Wenn Du Dein Kind in jedem Alter bestmöglich verstehen willst und immer ein gutes Verhältnis haben willst, dann nutze auch Vorträge von Vereinen und Organisationen, die sich auf Familienbildung spezialisiert haben. Man weiß heute so viel über das Gehirn des Kindes, dass man durch dieses Wissen vieles richtig machen kann. Ja, wenn Du MICH fragst, dann sollte der regelmäßige Besuch solcher Vorträge Bedingung für den Erhalt von Kindergeld sein. So wichtig finde ich das.

Und deshalb: Wenn Dein Kind im Supermarkt quengelt oder weint, dann tut es das nicht, um Dich zu ärgern. Sondern es hat ein Bedürfnis. Und ich bitte Dich, dieses Bedürfnis im selben Moment zu stillen. Wenn das gerade nicht möglich ist, bitte ich Dich, das Kind derweil zu trösten. Wer weint, muss getröstet werden. Dass die Einkäufe jetzt schnell erledigt sind, ist nicht das wichtigste. Das wichtigste ist die Liebe.

Alles Gute dabei wünsch ich Dir und Millionen wunderschöne Momente mit Deinem Kind!

Deine Monika

(die alte Mama)

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