Pizzera & Jaus

Übersetzt ins Hochdeutsche

Lieber Paul Pizzera, lieber Otto Jaus,

ich möchte Euch gern erzählen, wie es dazu gekommen ist, dass Ihr beide mein Leben in eine weitere positive Richtung verändert habt. (Dies ist die Übersetzung des eigentlichen Briefes ins Hochdeutsche.)

Wenn man es genau nimmt, fing das 2018 schon an. Dieses Jahr war überwältigend für mich. Ich hatte noch nie so viele Höhen und Tiefen erlebt, wie in diesem Jahr. Und zum Schluss wollten es leider nur noch Tiefen sein. Im Endeffekt war ich nur noch ein Häufchen Elend, das die Symptome von extremem Liebeskummer hatte, weil ein Mensch ganz aus meinem Leben verschwunden war, den ich eigentlich niemals mehr wieder verlieren wollte. Aber die genauen Umstände tun nichts zur Sache.

Es gab zum Glück ganz viele Möglichkeiten und Menschen, mit deren Hilfe ich mich wieder nach und nach aufrappeln konnte. Auf diesem Weg setzte ich mir unter anderem auch das Ziel, Dinge aus der Welt zu schaffen, die für mich noch ungeklärt waren oder die mich einfach noch belasten wollten. Und so bin ich gedanklich auch auf meine erste große Liebe, den Torsten, gekommen, und in mir tat sich der Wunsch auf, ihn noch einmal zu treffen, damit ich alles mit ihm besprechen kann, was mir von unserer Beziehung her noch auf der Seele lastete. Jetzt war es nur so, dass ich ihn schon dreißig Jahre nicht mehr gesehen hatte und auch überhaupt keine Ahnung hatte, wo er überhaupt abgeblieben war.

Aber in der heutigen Zeit muss man echt aufpassen, was man sich wünscht, denn das Universum reagiert inzwischen schnell. In diesem Fall war es gut so. In der folgenden Zeit ist er mir nämlich dann ein paarmal begegnet. Immer so wischiwaschi und im Vorbeigehen, sodass ich es fast nicht geglaubt habe, dass er es war. Und irgendwann haben wir uns dann in der Drogerie getroffen, und ich hatte den Mut, ihn anzusprechen. Und er hat gleich so nett reagiert, dass ich es auf keinen Fall bereut habe. Und es hat sich rausgestellt, dass es im Grunde nichts zu bereden gab. Was mir auf der Seele gelegen ist, an das hatte er sich gar nicht mehr erinnert.

Was ganz besonders nett war an dieser Begegnung: wir haben Handynummern ausgetauscht, und ab diesem Zeitpunkt bin ich von ihm schriftlich „betreut“ worden und meine Heilung ist rapide vorangeschritten. Das war im Sommer 2019. Ihm selbst ist das nicht bewusst, dass das für mich so wichtig war und so viel gebracht hat. Mir ist das aber vollkommen klar und ich bin ihm ewig dankbar dafür und auch seiner Frau, die das geduldet hat.

Ich habe von ihm gelernt, ja, im Grunde, das Leben wieder zu genießen. Dass ich mehr reise, dass ich mir den besten Kaffee gönne und dass ich wieder Musik hören kann. Mein Kopf und mein Herz waren für Musik hören ja zu diesem Zeitpunkt ganz verschlossen gewesen, weil mich alles an meine seelischen Qualen erinnert hatte. Aber durch ihn bin ich draufgekommen, dass die Spotify-Idee doch gar nicht so schlecht ist. Ich suche mir Lieder heraus, die ich mag und immer schon mochte und Spotify analysiert das und schlägt mir weitere Lieder vor, die mir ebenso gefallen könnten. Dazu muss ich noch erklären, dass ich nicht viel Radio höre und mich in der Szene überhaupt nicht auskenne.

Ja und da hat es nicht lange gedauert, bis mir „Kaleidoskop“ vorgeschlagen worden ist. Boah, ich sag’s Euch, lieber Ottl, lieber Pauli, mir ist fast das Herz stehen geblieben, so hat mich das mitgerissen! Und ich hab‘ NICHT gewusst, wer das sein soll – Pizzera und Jaus! Aber dann habe ich natürlich recherchiert und mir alle Eure Lieder angehört. Und bis auf ganz wenige Ausnahmen haben mir alle gefallen. Das gibt es nicht oft bei mir. Die Musik, der Text, der Gesang, der Sprechgesang, der zweistimmige Gesang, die Instrumente, das Zarte, das Romantische, das Kraftvolle, die Steigerung in jedem Lied, die Wut, die Kraft, die Energien, die Rhythmen, der Dialekt, die Burschen … (wäre ich fünfzehn bis zwanzig Jahre jünger, wäre ich Euer unvernünftigstes Groupie der Welt …)

Und so bin ich über Nacht zu einem Wahnsinnsfan von Euch geworden und ich kann Euch gar nicht sagen, was mir das gibt, Euch zuzuhören und natürlich auch mitzusingen. In meinen Träumen stehe ich mit Euch zusammen auf der Bühne und darf bei allen Liedern einfach mitsingen, egal wie es sich anhört und ob ich den Text genau kenne. Boah, das ist ein Auspowern, das besser für die Seele nicht sein könnte.

Was mich NOCH so glücklich macht ist, dass ich Euch für mich allein entdeckt habe. Damit meine ich, ganz unbeeinflusst von anderen Leuten. Weil wie oft bin ich auf ein gutes Lied gestoßen, weil das jemandem aus meiner Umgebung gefallen hat, oder weil es überall rauf und runter gespielt wird. Nein, Pizzera und Jaus hab ich selbst entdeckt und die meisten von meinem Freundeskreis haben sie (leider) nicht einmal gekannt. Und ICH war schon Feuer und Flamme!

Wenn ich nach der Arbeit ins Auto steige und Eure CD läuft und ich singe mit Euch mit und lasse mich von Eurer Power mitreißen, ja wie schnell bin ich wieder entspannt und hab‘ den Arbeitsalltag abgeschüttelt! Wenn ich in der Küche stehe und für meine Familie koche, und singe mit Euch mit und lasse mich von Eurer Power mitreißen, ja was meint Ihr, wie gut das Essen dann schmeckt?! Wenn ich unter der Dusche stehe und mit Euch mitsinge und mich von Eurer Power mitreißen lasse, ja was meint Ihr, wie gut ich danach rieche?!

Und einmal hab‘ ich schon das Glück gehabt, dass ich gerade auf der Tanzfläche war (und so oft geh ich nicht aus), als man so gnädig war, dass man „Euch“ auflegt. Bei uns in Niederbayern. Gigantisch war das! Das Beste vom Abend! (Eine Tanzfläche ist das, was es früher in Lokalitäten gab, wo ganz viele Menschen auf einmal und dicht aneinander hingehen durften, um dann alleine oder zu zweit auf die Musik, die aufgelegt oder live gespielt worden ist, zu tanzen.)

Natürlich war ich mit meinem Mann inzwischen schon auf einem Eurer Konzerte. Da sind wir extra nach Oberösterreich rübergefahren. Mit Übernachtung. Ich wollte nicht warten, bis Ihr nach München kommt. Und wenn ich momentan drandenke, dass ich ENDLICH wieder auf ein Konzert von Euch möchte, kommen mir die Tränen vor Traurigkeit. Und wenn ich drandenke, was die momentane Situation vielleicht für Euch bedeutet, dann auch.

Ich sag also von ganzem Herzen DANKE! Ich bin dem Schicksal so dankbar, dass Ihr zwei Euch getroffen habt und Ihr Euch zusammengetan habt. Und ich möchte Euch nicht unter Druck setzen, indem ich schreibe, macht bitte weiter so, weil das ist zwar mein inniger Wunsch, aber ich wünsche mir genauso für Euch, dass das, was Ihr macht, auch immer für Euch selber passt. Dass Ihr in Eurer Berufung bleibt und auch den Mut habt, etwas zu verändern, wenn Euer Herz Euch das sagt. Aber ich hoffe, eine Veränderung kommt nicht so bald.

Und dann wünsche ich Euch noch ein schönes Leben. Dass es so ist, wie Ihr Euch das vorstellt und wünscht und dass Ihr immer die richtigen Menschen und Freunde um Euch habt, die Euch auffangen, wenn mal etwas aus dem Ruder geraten sollte.

DANKE dafür, was Ihr der südöstlichen Dialektgruppe im deutschen Sprachraum gebt! (Hab ich gerade gegoogelt.)

DANKE dafür, was Ihr MIR gebt!

Euer größter Fan, die Moni

PS: Spielen wir mal gegeneinander Quizduell?

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